Microsoft brachte Windows Phone im Oktober 2010 auf den Markt. Das Ziel war einfach. Vergessen Sie die klobige Benutzeroberfläche von Windows Mobile. Erstellen Sie etwas, das von Grund auf für Touchscreens konzipiert ist. Das Ergebnis war eine Benutzeroberfläche, die auf Live-Kacheln basiert. Dies waren keine statischen Symbole. Sie werden in Echtzeit aktualisiert und zeigen Vorschauen von E-Mails, Sportergebnissen oder Kalenderereignissen an, ohne dass die App geöffnet werden muss.
Es sah sauber aus. Es sah anders aus.
Microsoft wollte einen Raum schaffen, der sich vom Duopol von iOS und Android unterscheidet. Sie setzen auf Originalität. Sie setzen auf Ergonomie. Ein paar Jahre lang hat es fast funktioniert.
Der Architekturwandel und die App-Lücke
Die Plattform entwickelte sich zwischen 2010 und 2015 schnell weiter. Frühe Versionen liefen auf dem Windows CE-Kernel. Mit Windows Phone 8 ist Microsoft auf den robusteren Windows NT-Kernel umgestiegen. Dies ermöglichte eine bessere Leistung und Kompatibilität mit der vorhandenen Windows-Infrastruktur. Mit Windows Phone 8.1 wurde später Cortana, der Sprachassistent, eingeführt.
Kritiker und Anwender lobten das System. Es war glatt. Es war intuitiv. Aber Lob zahlt Entwickler nicht aus.
Der fatale Fehler war das Ökosystem. Entwickler sind pragmatisch. Sie kodieren für den Aufenthaltsort der Benutzer. Android und iOS hatten bereits eine riesige Installationsbasis. Warum zuerst für Windows Phone entwickeln? Erst lange nach dem Start kamen die großen Apps auf den Markt. Und selbst dann handelte es sich oft um abgespeckte Versionen ihrer iOS- oder Android-Pendants.
Dieser Mangel an Software lähmte die Hardware. Benutzer könnten kein Telefon übernehmen, wenn ihre Banking- oder Social-Apps nicht richtig funktionieren.
Nokias All-In-Wette
Das Überleben von Windows Phone hing von Nokia ab.
Im Jahr 2011 wählte Nokia Windows Phone als primäres Betriebssystem für die Lumia-Smartphone-Reihe. Es war ein Glücksspiel mit hohen Einsätzen. Nokia verlor im Mobilfunkmarkt an Boden und brauchte einen Neuanfang. Microsoft stellte die Software zur Verfügung; Nokia stellte die Hardware zur Verfügung.
Die Partnerschaft vertiefte sich im September 2013. Microsoft übernahm die Geräte- und Dienstesparte von Nokia für 5,4 Milliarden US-Dollar. Plötzlich gehörte Microsoft die Hardware. Lumia-Telefone wurden zu den Flaggschiffgeräten für das Betriebssystem. Sie machten den größten Teil der Windows Phone-Verkäufe aus. Wenn Microsoft konkurrieren wollte, waren es diese Geräte, die die Schwerstarbeit leisteten.
Das Ende einer Ära
Im Jahr 2015 war es soweit. Microsoft drängte stark auf ein einheitliches Erlebnis auf allen Geräten. Telefone, Tablets, Desktops – sie alle mussten denselben Code ausführen.
Windows Phone 8.1 war die Brücke. Es erhielt ein rückwirkendes Update auf Windows 10 Mobile. Dies sollte eine neue Ära des Zusammenhalts einläuten. Ein Windows. Jeder Bildschirm.
Doch der Schwung war bereits verflogen. Der Markt hatte sich verfestigt. Die „App-Lücke“ hatte sich in einen Abgrund ausgeweitet. Windows 10 Mobile kam zu spät, um die Plattform zu retten. Es blieb eine Nischenkuriosität, ein Beweis für schönes Design und schreckliches Timing.
Die Kacheln wurden nicht mehr aktualisiert. Die Server wurden schließlich dunkel. Microsoft ging weiter. Aber für einen kurzen Zeitraum sah die Zukunft wie ein Gitter aus lebendigen, lebendigen Quadraten aus. Es reichte einfach nicht aus, um den Krieg zu gewinnen.



























