TikTok erweitert Datenerfassungs- und Werbepraktiken in aktualisierten US-Bestimmungen

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TikTok hat seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien für amerikanische Benutzer überarbeitet und der Plattform umfassendere Berechtigungen für gezielte Werbung und Standortverfolgung gewährt. Die Änderungen folgen der jüngsten Umstrukturierung der US-Aktivitäten von TikTok durch ByteDance, um ein mögliches Verbot zu vermeiden, werfen jedoch neue Fragen zum Datenschutz und zur Verwendung von Benutzerinformationen sowohl innerhalb als auch außerhalb der App auf.

Verbesserte Standortverfolgung

In der aktualisierten Datenschutzrichtlinie wird klargestellt, dass TikTok nun sowohl ungefähre als auch genaue Standortdaten von Benutzern sammeln kann, die der App die Erlaubnis erteilen. Zuvor erfassten einige Versionen der App standardmäßig keine genauen Standortinformationen, obwohl Benutzer, die die Funktion aktivierten, verfolgt werden konnten. Die neue Richtlinie beseitigt diese Unklarheit und gibt TikTok einen größeren Spielraum bei der Überwachung von Benutzerbewegungen.

Während Benutzer Ortungsdienste über ihre Geräteeinstellungen deaktivieren können, bedeutet die Änderung einen aggressiveren Ansatz bei der Datenerfassung. Laut Caitriona Fitzgerald, Policy Director beim Electronic Privacy Information Center, ist diese Praxis auf Social-Media-Plattformen immer häufiger anzutreffen.

Erweiterte Werbereichweite

Auch die Werbebedingungen von TikTok wurden erweitert. Die App gibt nun ausdrücklich an, dass sie Benutzerdaten – die sowohl direkt von TikTok als auch von Dritten gesammelt wurden – verwenden wird, um „maßgeschneiderte Anzeigen und andere gesponserte Inhalte“ nicht nur innerhalb der Plattform, sondern im gesamten Web anzuzeigen.

Die vorherige Richtlinie erwähnte maßgeschneiderte Werbung und personalisierte Funktionen, die neue Sprache ist jedoch umfassender. Dies bedeutet, dass die Aktivitäten der Benutzer auf TikTok die Anzeigen beeinflussen können, die sie auf anderen Websites und Apps sehen, wodurch ein einheitlicheres Werbeökosystem entsteht. Fitzgerald weist darauf hin, dass Unternehmen Daten häufig auf unerwartete Weise zu Werbezwecken sammeln, einschließlich der Verfolgung von Benutzersuchen nach sensiblen Themen wie medizinischen Symptomen.

Einführung generativer K.I. Regeln

Erstmals enthalten die Bedingungen von TikTok einen Abschnitt, der der generativen künstlichen Intelligenz (K.I.) gewidmet ist. Die Regeln verbieten Benutzern, durch KI generierte Inhalte fälschlicherweise als authentisch darzustellen, indem sie Wasserzeichen oder Metadaten entfernen, die sie als Fälschung kennzeichnen. Dieser Schritt spiegelt die wachsende Verbreitung von KI-erstellten Inhalten und die Notwendigkeit wider, deren Nutzung auf der Plattform zu regulieren.

Umfassenderer Datenaustausch

In der aktualisierten Richtlinie heißt es außerdem, dass das neue US-amerikanische TikTok-Unternehmen Daten mit den globalen Aktivitäten von TikTok teilen wird, um ein „interoperables Erlebnis“ zu gewährleisten und gleichzeitig die geltenden Gesetze einzuhalten. Dies deutet darauf hin, dass die Verbindung zwischen den US-amerikanischen und internationalen Niederlassungen trotz der Umstrukturierungsbemühungen bestehen bleibt.

Die Auswirkungen dieser Änderungen sind erheblich. Benutzer sehen sich nun mit einer umfassenderen Datenverfolgung, einer größeren Werbereichweite und sich weiterentwickelnden Regeln rund um KI konfrontiert. Inhalt. Während TikTok den Benutzern die Möglichkeit bietet, ihre Datenschutzeinstellungen anzupassen, zeigen die aktualisierten Bedingungen einen deutlichen Wandel hin zu aggressiveren Datenerfassungspraktiken, da die Plattform dem regulatorischen Druck standhält und versucht, ihre Werbemöglichkeiten zu erweitern.