KI-Chatbots und Zugang zu Abtreibungen: Eine sich verändernde Landschaft

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Chatbots mit künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT verändern rasant die Art und Weise, wie Menschen Informationen über die Abtreibungsbetreuung finden, manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Im vergangenen Jahr haben sich diese Tools zu wichtigen Empfehlungsquellen für Abtreibungsorganisationen entwickelt, wobei einige einen Traffic-Anstieg von bis zu 300 % verzeichneten. Allerdings stellen die inkonsistenten Reaktionen der KI – die von präzisen Anweisungen bis hin zu völligen Fehlinformationen reichen – eine wachsende Herausforderung in einer Post-Roe-Welt dar.

Der Aufstieg KI-gesteuerter Empfehlungen

Organisationen wie Plan C Pills und I Need an A haben einen erheblichen Anstieg des Datenverkehrs von ChatGPT und anderen KI-Plattformen verzeichnet. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in Ländern mit sehr restriktiven Abtreibungsgesetzen, in denen Menschen auf Chatbots zurückgreifen, um soziale Stigmatisierung und rechtliche Barrieren zu überwinden. Women on Web, ein internationaler Anbieter von Abtreibungspillen, führt einen wachsenden Anteil seiner Nutzer auf ChatGPT zurück, was darauf hindeutet, dass KI bereits den Zugang für Bedürftige verändert.

Dieser erhöhte Zugriff ist jedoch nicht garantiert. KI-Chatbots können auch Fehlinformationen verbreiten, einschließlich überhöhter Preise von Anti-Abtreibungs-Schwangerschaftszentren (CPCs). Die Tatsache, dass die Technologie auf Wiederholung statt auf Genauigkeit setzt, führt dazu, dass voreingenommene oder irreführende Inhalte leicht auftauchen können, insbesondere bei lokalisierten Abfragen.

Die algorithmischen Gatekeeper

Der Einfluss von KI geht über die Suchergebnisse hinaus. Technologieunternehmen wie OpenAI, deren CEO Abtreibungsgegner-Politiker finanziell unterstützt hat, üben eine erhebliche Kontrolle darüber aus, welche Informationen zugänglich sind. Jüngste Durchführungsverordnungen zur Einhaltung der KI-Compliance geben Anlass zur Sorge hinsichtlich der ideologischen Voreingenommenheit dieser Tools.

Diese Situation hat einige Befürworter dazu veranlasst, die Rolle der Mainstream-Technologieunternehmen beim Zugang zur reproduktiven Gesundheit in Frage zu stellen. Ana Ramirez, Co-Geschäftsführerin von Euki, argumentiert, dass die Abhängigkeit von milliardenschweren KI-Unternehmen die Bemühungen um reproduktive Gerechtigkeit untergraben könnte. Stattdessen betont sie die Bedeutung von Basisbewegungen und datenschutzorientierten Lösungen.

Navigieren in einer sich verändernden Landschaft

Befürworter passen sich an, indem sie das Internet mit genauen Informationen überfluten, um die Reaktionen der KI zu beeinflussen. Während SEO-Strategien, die für herkömmliche Suchmaschinen funktionieren, auch für Chatbots gelten, bleibt die inhärente Unvorhersehbarkeit von KI eine Herausforderung. Im Gegensatz zu humanmedizinischen Anbietern können Chatbots inkonsistente oder rechtlich mehrdeutige Antworten liefern, was möglicherweise Stigmatisierung und Verwirrung verstärken kann.

Trotz der Risiken sehen einige KI als potenziellen Segen. Organisationen führen KI-gestützte Tools wie Charley, einen skriptgesteuerten Chatbot, und Roo von Planned Parenthood ein, um zuverlässige Informationen bereitzustellen. Andere arbeiten mit kleineren Technologieunternehmen zusammen, um gezieltere Lösungen zu entwickeln.

Die Zukunft des Zugangs zu Abtreibungen wird davon abhängen, wie Befürworter, Technologieunternehmen und politische Entscheidungsträger in dieser sich entwickelnden Landschaft navigieren.

Letztendlich ist der Aufstieg der KI in der reproduktiven Gesundheitsversorgung ein zweischneidiges Schwert. Während es denjenigen, die Pflege suchen, Türen öffnen kann, bringt es auch neue Barrieren und Fehlinformationsrisiken mit sich.