Irans gescheiterte Abschreckung: Wie die „Achse des Widerstands“ nach dem 7. Oktober zusammenbrach

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Über Jahre hinweg baute der Iran ein Netzwerk regionaler Verbündeter auf – die sogenannte „Achse des Widerstands“ –, um Angriffe übermächtiger Gegner wie Israel und die Vereinigten Staaten auf iranischem Boden abzuwehren. Diese auf koordinierten Vergeltungsmaßnahmen basierende Strategie ist praktisch gescheitert. Die Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober lösten eine Kette von Ereignissen aus, die die Grenzen dieses Netzwerks offenlegten und den Iran isolierter und verletzlicher machten als seit Jahrzehnten.

Die Kernstrategie: Regionale Abschreckung

Beim Vorgehen Irans ging es nicht um direkte Konfrontation; es ging um einen Stellvertreterkrieg. Durch die Unterstützung von Gruppen wie der Hisbollah im Libanon, den Houthis im Jemen und verschiedenen irakischen Milizen wollte Teheran eine Abschreckung an mehreren Fronten schaffen. Die Idee war einfach: Sollte der Iran angegriffen werden, würden seine Verbündeten gleichzeitig Angriffe gegen Israel, US-Streitkräfte und regionale Partner starten, was Vergeltungsmaßnahmen zu kostspielig machen würde. Dies beruhte auf überwältigender Gewalt und der Ausnutzung von Schwachstellen in bestehenden Verteidigungssystemen.

Die Anschläge vom 7. Oktober veränderten die Situation jedoch grundlegend. Auch wenn der Iran die Aktionen der Hamas möglicherweise nicht direkt angeordnet hat, ermöglichte der darauffolgende Krieg Israel, die regionalen Partner Teherans systematisch zu schwächen, was beweist, dass die Achse nicht in der Lage ist, wirksam zu reagieren.

Die Risse beginnen sich zu zeigen

Die Reaktion der iranischen Verbündeten seit dem 7. Oktober war enttäuschend. Die Hisbollah, die einst damit prahlte, israelische Städte zerstören zu können, feuerte nur eine begrenzte Anzahl Raketen ab. Die Huthi, die zuvor die weltweite Schifffahrt durch das Rote Meer gestört hatten, waren auffällig ruhig. Irakische Milizen führten kleinere Angriffe durch, die von der US-Verteidigung leicht abgefangen werden konnten. Diese Impotenz ist kein Zufall; Es ist ein Symptom tieferer Systemversagen.

Wie Emile Hokayem vom International Institute for Strategic Studies feststellt, war die Achse nie für einen Zermürbungskrieg gedacht. Stattdessen war es für einen gleichzeitigen, überwältigenden Angriff konzipiert. Aber die aggressive Reaktion Israels – einschließlich Angriffen im Iran selbst – zeigte, dass das Netzwerk nicht in der Lage war, dieses Versprechen einzulösen.

Von der Stärke zur Isolation

Der Zusammenbruch der „Achse des Widerstands“ geschah nicht über Nacht. Der regionale Einfluss Irans erreichte 2018 seinen Höhepunkt, als Verbündete in Syrien, im Irak und im Libanon an Boden gewannen. Durch die Errichtung einer „Landbrücke“ zum Mittelmeer schien Iran in der Lage zu sein, seine Macht auf die gesamte Region auszudehnen. Diese Dynamik ließ jedoch nach den Anschlägen der Hamas am 7. Oktober nach.

Der Wandel begann mit gezielten Angriffen gegen Schlüsselfiguren und Infrastruktur. Hamas-Führer wurden in Teheran ermordet, Hisbollah-Führer wurden im Libanon getötet und das syrische Regime stürzte nach einer schnellen Offensive der Rebellen. Diese Aktionen führten zusammen mit der verstärkten Kampagne Israels gegen iranische Atomanlagen dazu, dass der Iran isoliert und exponiert blieb.

Das Vermächtnis vom 7. Oktober

Der Wendepunkt war klar: Der Angriff der Hamas am 7. Oktober veränderte die strategische Landschaft grundlegend. Obwohl der Iran den Angriff möglicherweise nicht inszeniert hat, hat er die Folgen unterschätzt. Der daraus resultierende Krieg ermöglichte es Israel, kritische Elemente der „Achse des Widerstands“ zu zerschlagen, wodurch der Iran anfällig für direkte Angriffe wurde.

Das Scheitern des Netzwerks wirft Fragen über seine Lebensfähigkeit auf. Während einige Elemente intakt bleiben – die Hisbollah verfügt immer noch über ein beträchtliches Arsenal – ist ihre Bereitschaft, sich auf einen weiteren großen Konflikt einzulassen, fraglich. Die Achse ist vielleicht nicht ganz tot, aber sie wurde irreparabel geschwächt.

**Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Irans Strategie der regionalen Abschreckung durch Stellvertreterkriege zusammengebrochen ist. Die Anschläge vom 7. Oktober lösten eine Kette von Ereignissen aus, die die Grenzen der „Achse des Widerstands“ offenlegten und den Iran isoliert, verletzlich und einem beispiellosen Druck seitens Israels und der Vereinigten Staaten ausgesetzt machten. Dieses Scheitern unterstreicht, wie fragil es ist, sich auf asymmetrische Kriegsführung als Ersatz für konventionelle Stärke zu verlassen.