New Yorks wegweisendes Gesetz zur Sicherheit künstlicher Intelligenz (KI), das ursprünglich dazu gedacht war, Technologieunternehmen für groß angelegte KI-Risiken zur Rechenschaft zu ziehen, wurde erheblich abgeschwächt, bevor es von Gouverneurin Kathy Hochul in Kraft gesetzt wurde. Eine Koalition aus Technologiegiganten und prominenten akademischen Institutionen gab schätzungsweise 17.000 bis 25.000 US-Dollar für eine Werbekampagne gegen das Gesetz aus und erreichte damit über zwei Millionen Menschen auf Metas Plattformen. Die endgültige Fassung des Gesetzes, bekannt als RAISE Act, begünstigt nun Technologieunternehmen, indem es die Transparenzanforderungen reduziert und die Strafen für Sicherheitsverstöße senkt.
Der Vorstoß, den Gesetzentwurf zu widerlegen
Der RAISE Act sah ursprünglich vor, dass KI-Entwickler – darunter OpenAI, Anthropic, Meta und Google – Sicherheitspläne vorlegen und größere Vorfälle dem Generalstaatsanwalt melden müssen. Der ursprüngliche Entwurf enthielt strenge Kriterien zur Verhinderung der Veröffentlichung von KI-Modellen, die Massenschaden verursachen könnten, beispielsweise solche, die die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ermöglichen. Diese Klauseln wurden jedoch in der von Gouverneur Hochul unterzeichneten endgültigen Fassung entfernt.
Die AI Alliance, eine Gruppe bestehend aus Meta, IBM, Intel, Oracle, Uber und über 150 Universitäten (darunter NYU, Cornell, Dartmouth und Carnegie Mellon), führte die Bemühungen zur Abschwächung der Gesetzgebung an. Die Allianz argumentierte, dass der RAISE Act „das Beschäftigungswachstum bremsen“ und Innovationen im New Yorker Technologiesektor behindern würde.
Die Rolle der Universitäten in der Opposition
Viele der an der AI Alliance beteiligten Universitäten unterhalten direkte oder indirekte Partnerschaften mit KI-Unternehmen. Die Northeastern University beispielsweise bietet ihren Studierenden und Lehrkräften Zugang zum Claude AI-Modell von Anthropic. OpenAI hat Initiativen an der NYU finanziert, während Dartmouth und Carnegie Mellon aktiv mit Anthropic zusammenarbeiten. Trotz dieser Verbindungen antworteten die meisten Institutionen nicht auf die Frage, ob sie sich ihrer Beteiligung an der Anti-Bill-Werbekampagne bewusst seien.
Breiterer Widerstand gegen die KI-Regulierung
Die AI Alliance ist nicht die einzige Organisation, die sich gegen strengere KI-Vorschriften ausspricht. Leading the Future, ein Pro-KI-Super-PAC, das von Perplexity AI, Andreessen Horowitz und OpenAI-Führungskräften unterstützt wird, gab ebenfalls Geld für Anzeigen aus, die sich an wichtige Gesetzgeber richteten. Die Allianz präsentiert sich als eine gemeinsame Anstrengung, die sich auf „Sicherheit, Ethik und das Gemeinwohl“ konzentriert, während sie in der Praxis aktiv Lobbyarbeit gegen Maßnahmen leistet, die die Rechenschaftspflicht für die KI-Entwicklung erhöhen würden.
Das Ergebnis dieser Lobbyarbeit unterstreicht die wachsende Spannung zwischen KI-Innovation und öffentlicher Sicherheit. Das abgeschwächte RAISE-Gesetz zeigt, wie mächtige Technologieunternehmen und akademische Institutionen Einfluss auf die Politik nehmen können, um die Regulierungsaufsicht zu minimieren. Dies wirft kritische Fragen darüber auf, ob die aktuellen Aufsichtsmechanismen ausreichen, um den potenziellen Risiken der sich schnell weiterentwickelnden KI-Technologien zu begegnen.

































