Kinderbetreuung als Wachstumsbranche: Wie staatliche Förderung den Markt verändert

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Der Kinderbetreuungssektor ist seit Jahrzehnten für seine geringen Margen und prekären Bedingungen bekannt. Doch eine Welle staatlicher Investitionen – angeheizt durch Pandemiehilfe, staatliche Subventionen und neue Universalprogramme – verändert die Wirtschaft der Branche grundlegend. Von New Mexico bis Massachusetts stabilisieren erhöhte öffentliche Mittel nicht nur Pflegezentren; Es schafft Möglichkeiten für Expansion, höhere Löhne und sogar Gewinne. Der Wandel weckt das Interesse von Unternehmen, darunter Private-Equity-Firmen und EdTech-Unternehmen, und wirft Fragen zu Qualität, Nachhaltigkeit und der Frage auf, ob Gewinnstreben mit der Kernaufgabe der Kinderbetreuung vereinbar ist.

Die neue Ökonomie der Kinderbetreuung

Crystal Romero, Inhaberin der Early Learning Academy in Albuquerque, veranschaulicht diesen Wandel. Nach 25 Jahren in diesem Bereich hat sie eine dramatische Veränderung erlebt. Während sie früher auf Secondhand-Läden und Heimwerkerreparaturen angewiesen war, bieten ihre vier Zentren heute wettbewerbsfähige Gehälter (mit einer kürzlichen Erhöhung um 5 US-Dollar pro Stunde für alle Mitarbeiter), volle Sozialleistungen und sogar Vergünstigungen wie Ledersessel in den Personallounges. Dies ist möglich, weil Romero dank der erhöhten Subventionen und des universellen Kinderbetreuungsprogramms in New Mexico die Einschreibungen maximieren und gleichzeitig das Lehrer-Kind-Verhältnis einhalten kann. Durch die Verfolgung der Anwesenheit kann sie Stellen besetzen, auch wenn Kinder nur Teilzeit teilnehmen, und so aus einer einst schwierigen Branche ein rentables Unternehmen machen.

Dies gilt nicht nur für New Mexico. Auch Vermont, Massachusetts und Connecticut haben erhebliche Investitionen getätigt, die Subventionssätze in die Höhe getrieben und neue Akteure angezogen. Elliot Haspel, Senior Fellow bei Capita, bemerkt: „Je mehr öffentliche Gelder für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehen, desto attraktiver werden die verschiedenen Akteure.“

Der Aufstieg privater Investitionen

Der Zufluss an Finanzmitteln hat die Aufmerksamkeit von Private-Equity-Gruppen auf sich gezogen, die mittlerweile 10–12 % des Marktes für lizenzierte Kinderbetreuung kontrollieren. Diese Unternehmen streben nach Gewinnmaximierung, manchmal auf Kosten der Qualität. Einigen wurde vorgeworfen, Zentren abgebaut, Grundstücke mit Gewinn an Betreiber zurückverkauft und gleichzeitig Personal und Studentenplätze gestrichen zu haben. Auch von Investoren unterstützte Ketten setzen sich für den Schutz ihrer finanziellen Interessen ein, was sich in ihrer Skepsis gegenüber umfassenderen Subventionsprogrammen zeigt, die die Gewinne begrenzen könnten.

Auch EdTech-Unternehmen dringen in diesen Bereich vor und bieten alles von Buchhaltungssoftware bis hin zu Lehrplänen an. Risikokapitalfirmen erkennen das Potenzial eines neu aufstrebenden Marktes und suchen nach Möglichkeiten, Abläufe zu rationalisieren und Eltern mit der verfügbaren Pflege in Kontakt zu bringen. Elizabeth Leiwant von Neighborhood Villages weist darauf hin, dass diese Firmen der Kinderbetreuung kaum Aufmerksamkeit schenkten, bevor erhebliche staatliche Mittel einen tragfähigen Markt schufen.

Profit und Qualität in Einklang bringen

Während Gewinnstreben nicht grundsätzlich schlecht ist – es kann Expansion und höhere Löhne vorantreiben –, drängen Befürworter auf Leitplanken. Massachusetts hat Regeln zur Obergrenze der Zuschussfinanzierung für große gewinnorientierte Unternehmen eingeführt, verlangt, dass ein Mindestprozentsatz der Mittel für Gehälter und Sozialleistungen des Personals ausgegeben wird, und schreibt vor, dass alle Programme subventionierte Kinder akzeptieren. Diese Regeln gelten für Anbieter mit 10 oder mehr Standorten, unabhängig davon, ob sie von Investoren finanziert werden.

Ziel ist es, sicherzustellen, dass Anbieter finanziell erfolgreich sein können, ohne dass die Qualität darunter leidet. Wie Romero es ausdrückt: „Die Mitarbeiter stehen an erster Stelle vor unseren Familien, denn wenn sie glücklich sind und richtig behandelt werden, wird das bei unseren Kindern und Familien ankommen.“

Letztendlich hängt die Zukunft der Kinderbetreuung davon ab, ein Gleichgewicht zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und dem Wohlergehen von Pädagogen und Kindern zu finden. Die aktuelle Finanzierungswelle bietet eine Chance, die Branche umzugestalten, aber nur, wenn politische Entscheidungsträger und Betreiber der Qualität Vorrang vor reinem Gewinn geben.