Das herausfordernde Action-RPG-Genre, das durch Dark Souls populär gemacht wurde, wird immer beliebter. Code Vein 2, die Fortsetzung des im Anime-Stil erschienenen Soulslike aus dem Jahr 2019, versucht, seine Nische zu erobern, schafft es aber letztendlich nicht, sich in einem umkämpften Markt hervorzuheben. Während das Spiel auf den Grundlagen des Originals aufbaut, fällt es ihm schwer, über seinen ausgeprägten visuellen Stil hinaus ein fesselndes Erlebnis zu bieten.
Die Prämisse: Zeitreisen und moralische Ambiguität
Code Vein 2 folgt nicht direkt der Erzählung des Vorgängers, sondern führt stattdessen einen neuen Protagonisten als Revenant Hunter ein, der die Aufgabe hat, die Welt durch Zeitreisen zu retten. Dabei geht es darum, sich in der Vergangenheit mit mächtigen Helden anzufreunden, um sie dann in der Gegenwart zu jagen – eine düstere Wendung, die zwar erzählerische Intrigen hinzufügt, ihr Potenzial aber nicht voll ausschöpft. Die Kerngeschichte fühlt sich unterentwickelt an und kann weder engagierte Soulslike-Fans noch Neulinge des Genres voll ansprechen.
Gameplay: Vertraute Mechaniken mit frustrierenden Mängeln
Das Spiel folgt der Standardformel von Soulslike: strategischer Kampf mit einer Vielzahl von Waffen (Schwerter, Hämmer, Hellebarden) und Forma -Gegenständen (ähnlich Zaubersprüchen), die von einem Ichor -Manavorrat angetrieben werden. Kraftvolle Finishing-Moves, sogenannte Jails, verleihen Begegnungen eine brutale Note. Der Kampf von Code Vein 2 leidet jedoch unter der unklaren Telegrafie des Feindes. Im Gegensatz zu den absichtlichen Animationen von Dark Souls fehlen einigen Angriffen visuelle Hinweise, was das Ausweichen inkonsistent und frustrierend macht.
Bosskämpfe verschärfen dieses Problem. Bei vielen Begegnungen kommt es zu unvermeidbarem Schaden aufgrund schlecht übermittelter Angriffe, was die Spieler dazu zwingt, sich eher auf das Blocken als auf geschicktes Ausweichen zu verlassen. Sogar einige schwächere Versionen von Bossen tauchen später im Spiel wieder auf, was das Gefühl von Herausforderung und Einzigartigkeit schwächt.
Einzigartiges System: Partnerdynamik und Assimilation
Code Vein 2 führt das Partnersystem ein, bei dem Spieler im Laufe des Spiels Allianzen mit NPCs schmieden. Diese Verbündeten unterstützen im Kampf, agieren unabhängig und beleben den Spieler sogar wieder, allerdings auf Kosten ihrer eigenen vorübergehenden Entfernung. Spieler können ihre Partner auch assimilieren und dabei Unterstützung für einen vorübergehenden Stat-Boost opfern. Dieses System fügt eine taktische Ebene hinzu, aber die Komplexität des Statistiksystems des Spiels wirkt insgesamt unnötig kompliziert. Die schiere Menge an Erklärbildschirmen im Menü ist überwältigend und macht die Charakterentwicklung eher mühsam als lohnend.
Eine Welt ohne Tiefe
Das postapokalyptische Setting des Spiels wirkt dank seiner Anime-Ästhetik zwar optisch deutlich, wirkt aber oberflächlich. Die Geschichte dreht sich darum, das Wiederaufleben, ein katastrophales Ereignis, zu verhindern, indem zeitreisende Helden eliminiert werden. Allerdings mangelt es der Welt selbst an fesselndem Umwelt-Storytelling. Abgesehen von Kampfbegegnungen und Beute wirken die Gebiete leer und bieten nicht die reichhaltige, miteinander verbundene Geschichte, die in Titeln wie Dark Souls zu finden ist. Die erzählerische Wirkung der Charakterinteraktionen fühlt sich minimal an; Emotionale Verbindungen zu Verbündeten werden untergraben, wenn dieselben Charaktere letztendlich ohne bedeutsame Konsequenzen besiegt werden.
Präsentation und Urteil
Code Vein 2 bietet solide Grafik und Sprachausgabe, aber die Präsentation überschreitet keine Grenzen. Das Spiel übertrifft seinen Vorgänger hinsichtlich des Gameplay-Glanzes, bleibt in der Soulslike-Landschaft jedoch grundsätzlich unauffällig. Fans des Genres werden es passabel finden, während Gelegenheitsspieler wahrscheinlich kaum Anreize finden werden, die unerbittliche Schwierigkeit zu ertragen.
Das Spiel erscheint am Freitag für PC, PS5 und Xbox Series X|S zum Preis von 70 US-Dollar. Trotz seiner Verfeinerungen gelingt es Code Vein 2 nicht, sich aus dem überfüllten Feld der Soulslike-Titel hervorzuheben, was es zu einem kompetenten, aber letztendlich unvergesslichen Einstieg in das Genre macht.
