Amazon stellt den Support für ältere Kindle-Geräte bis 2026 ein

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Amazon hat eine bedeutende Veränderung in seinem Hardware-Ökosystem angekündigt: Die Unterstützung für Kindle-E-Reader und -Tablets, die 2012 oder früher auf den Markt kamen, endet offiziell am 20. Mai 2026.

Dieser Schritt markiert das Ende einer Ära für mehrere Generationen von E-Readern und verwandelt viele langjährige Geräte effektiv in Offline-Reader.

Was ändert sich?

Sobald die Frist im Mai 2026 abgelaufen ist, verlieren Geräte der betroffenen Kategorien ihre Verbindung zum Kindle Store. Dies bedeutet, dass Benutzer Folgendes nicht mehr tun können:
Kauf neue Bücher direkt auf dem Gerät.
Titel ausleihen über Bibliotheksdienste.
Laden Sie neue Inhalte über WLAN herunter.

Während die Geräte weiterhin zum Lesen von Inhalten funktionieren, die bereits heruntergeladen wurden, werden sie im Wesentlichen vom digitalen Marktplatz von Amazon „abgekoppelt“. Wenn ein Benutzer sein Gerät nach Ablauf der Frist abmeldet oder einen Werksreset durchführt, kann er es außerdem nicht erneut für ein Amazon-Konto registrieren.

Betroffene Modelle

Das Ende des Supports betrifft eine Vielzahl von Hardware, die seit über einem Jahrzehnt im Umlauf ist. Die Liste der betroffenen Modelle umfasst:
Original Kindle (1. und 2. Generation)
Kindle DX und DX Graphite
Kindle-Tastatur
Kindle 4 und 5
Kindle Touch
Kindle Paperwhite der ersten Generation

Amazon-Sprecher Jesse Carr stellte fest, dass diese Modelle seit 14 bis 18 Jahren unterstützt werden. Als Grund für die Umstellung nannte das Unternehmen den rasanten technologischen Fortschritt und gab an, dass es Werbeaktionen anbietet, um Benutzer beim Umstieg auf neuere Modelle zu unterstützen.

Der breitere Kontext: Geplante Obsoleszenz und Elektroschrott

Die Entscheidung hat bei Langzeitnutzern erhebliche Gegenreaktionen ausgelöst, insbesondere auf Plattformen wie Reddit. Viele Besitzer argumentieren, dass ihre Geräte weiterhin in einwandfreiem Zustand sind, sodass sich die erzwungene Umstellung wie ein Vorstoß zu unnötigem Verbrauch anfühlt.

Diese Spannung unterstreicht eine wachsende Debatte über die „geplante Obsoleszenz“ – die Praxis, Produkte mit einer begrenzten Nutzungsdauer zu entwerfen, um Wiederholungskäufe zu fördern. Dieser Trend ist nicht nur bei Amazon zu beobachten; Ähnliche Schritte wurden auch in anderen Technologiesektoren beobachtet, beispielsweise als Google kürzlich die Unterstützung für ältere Nest-Thermostate eingestellt hat.

Abgesehen von der Frustration der Verbraucher verursachen diese Hardware-Zyklen auch erhebliche Umweltkosten:
Elektronikschrott: Das Institut der Vereinten Nationen für Ausbildung und Forschung (UNITAR) schätzt, dass der weltweite Elektroschrott bis 2030 82 Millionen Tonnen erreichen wird, was einem Anstieg von 32 % gegenüber 2022 entspricht.
Nachhaltigkeit: Wenn perfekt funktionierende Hardware durch Softwareeinschränkungen „veraltet“ wird, trägt dies direkt zur wachsenden globalen Abfallkrise bei.

Alternativen für Leser

Für diejenigen, die nicht im Amazon-Ökosystem bleiben wollen, könnte der Schritt einen Wandel hin zu alternativer E-Ink-Technologie auslösen. Benutzer suchen zunehmend nach Marken wie Boox oder Vivlio, die offenere Plattformen bieten, die weniger anfällig für die softwaregesteuerten Lebenszyklusänderungen sind, die bei Amazon zu beobachten sind.

Da Amazon sich einem moderneren Hardwarestandard zuwendet, müssen Benutzer zwischen einem Upgrade innerhalb des Kindle-Ökosystems oder der Migration zu flexibleren Open-Source-E-Reader-Alternativen wählen.

Fazit: Amazons Frist bis 2026 wird ältere Kindles in reine Offline-Geräte verwandeln, was eine Debatte über den technologischen Fortschritt im Vergleich zu den Umweltauswirkungen von Elektroschrott auslöst.