Wahrscheinlich verkaufen Sie bruchsicheres Glas nicht nach Hollywood, was bedeutet, dass der Ausdruck „gebaut zum Zerbrechen“ nicht gerade ein Verkaufsargument ist. Dennoch hat jeder, der in den letzten fünfzehn Jahren ein elektronisches Gerät gekauft hat, das Gefühl, dass sein Laptop oder Telefon in dem Moment, in dem er es auspackt, abläuft. Die Frage ist nicht mehr nur rhetorischer Natur. Sind Computer tatsächlich so konzipiert, dass sie ausfallen?
Die Daten deuten darauf hin, dass dies der Fall ist.
Ein Bericht des Garantiespezialisten SquareTrade aus dem Jahr 2009 ergab, dass etwa 20 % der Laptops und 24 % der preisgünstigen Netbooks innerhalb der ersten drei Jahre eine Hardwarestörung erleiden. Das ist eine erhebliche Ausfallrate für Geräte, die als langlebige Werkzeuge vermarktet werden. Aber Hardwarefehler sind nur die halbe Wahrheit. Oftmals funktioniert das Gerät physikalisch noch einwandfrei. Es kann einfach nicht die neueste Software ausführen.
Hier kommt die geplante Obsoleszenz ins Spiel. Neue Betriebssysteme und Anwendungsupdates stellen häufig die Unterstützung für ältere Hardware ein. Die Maschine ist nicht kaputt. Es ist einfach veraltet. Der Economist hat festgestellt, dass dies eine Kerngeschäftsstrategie für Computerhersteller ist. Wenn eine aktuelle Prozessorgeneration auf den Markt kommt, ist die nächste bereits in der Entwicklung. Das Ziel ist nicht Langlebigkeit. Es ist Umsatz.
Das Design des Scheiterns
Eine von den Grünen in Deutschland in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2013 ging tiefer. Es kam zu dem Schluss, dass elektronische Geräte, die weniger als zwei Jahre halten, wahrscheinlich absichtlich schlecht gebaut sind. Zumindest wissen die Hersteller genau, wie kurz die Lebensdauer ihres Produkts sein wird.
Wie stellen sie dies sicher? Schauen Sie sich die Batterie an. Viele Smartphones und Notebooks sind mit nicht austauschbaren Energiezellen ausgestattet. Kleber ersetzt Schrauben. Die Koffer sind verschlossen. Sie sind nicht dazu bestimmt, sie zu öffnen. Es ist nicht Ihre Aufgabe, sie zu reparieren.
Es gibt auch andere Tricks. Einige Laptops verfügen über wärmeempfindliche Kondensatoren, die an den heißesten Stellen der Leiterplatte angebracht sind. Sie werden genau dort positioniert, wo ein Hitzeschaden am wahrscheinlichsten ist. Wenn sie ausfallen, geht das Gerät kaputt. Nicht verfügbare Ersatzteile stellen sicher, dass Sie sie nicht einfach austauschen können. Selbst wenn Sie eine Reparaturwerkstatt finden, kosten Arbeitsaufwand und Ersatzteile oft fast so viel wie ein neues Gerät.
Die Verbraucherrealität
Ist es also Absicht? Wenn sich die Hersteller nicht plötzlich zu einem Geständnis entschließen, werden wir vielleicht nie einen entscheidenden Beweis haben. Aber die Beweise häufen sich. Ganz gleich, ob es sich um eine bewusste Strategie zur Steigerung des Umsatzes oder einfach nur um eine rücksichtslose Optimierung zur Erzielung kurzfristiger Gewinne handelt, das Ergebnis ist für Sie das Gleiche.
Moderne Unterhaltungselektronik ist nicht auf Langlebigkeit ausgelegt. Sie sind so gebaut, dass sie ersetzt werden können.
„Wenn Computerhersteller nicht plötzlich den Drang verspüren, alles in Ordnung zu bringen, werden wir vielleicht nie erfahren, ob unsere Computer tatsächlich absichtlich so gebaut sind, dass sie kaputt gehen.“
Aber braucht man wirklich ein Geständnis? Wenn sich Ihr zwei Jahre alter Laptop nicht aktualisieren lässt oder der Akku anschwillt, weil er festgeklebt ist, wird die Unterscheidung zwischen „schlechtem Design“ und „bösartigem Design“ akademisch. Das Endergebnis ist ein Gerät, das genau dann nicht mehr funktioniert, wenn Sie es am meisten benötigen.
Gibt es eine Möglichkeit, sich zu wehren? Oder vermieten wir unsere Werkzeuge nur, bis das nächste Modell erscheint?




























